KANADA REISEN 2026/27
Urlaub in Kanada – hier begegnest du ungezähmter Weite, klaren Seen, schroffen Gipfeln und endlosen Wäldern. Diese Landschaft schenkt dir den Raum, Abstand zu gewinnen – vom Getriebenen, vom Lauten, vom Alltäglichen. Wer nach Kanada reist, sucht mehr als Eindrücke: Freiheit, Klarheit und die Rückkehr zum Wesentlichen. Manchmal geschieht das auf einer Kreuzfahrt entlang entlegener Fjorde, manchmal auf einer individuell geplanten Rundreise zwischen Metropolen und Wildnis oder auf einer Schiffsreise tief in die Inside Passage. Doch egal welchen Weg du wählst – überall öffnen sich Momente, die tiefer gehen als bloßes Entdecken, Erfahrungen, die dich verwandeln.
Wildnis trifft auf stilvolle Entdeckung.
Mit Arktis Tours wird Kanada zu einer Reise zwischen Wildnis und Geborgenheit. Du findest Ruhe in Lodges, die sich in die Landschaft einfügen, entdeckst abseits der Routen stille Buchten und begegnest Menschen, deren Leben eng mit der Natur verwoben ist. Unsere erfahrenen Guides öffnen Wege zu Erlebnissen, die sich nicht planen lassen – das Aufleuchten der Nordlichter über einem stillen See, das Rufen eines Adlers im Morgennebel, ein unerwartetes Gespräch am Lagerfeuer. So wird Kanada nicht nur zur Kulisse, sondern zu einem Gegenüber, das dich berührt und verändert.
»Kanada war für mich eine Reise voller Tiefe und überraschender Leichtigkeit. Die Routen von Arktis Tours fühlten sich an wie für mich gemacht – besonders und voller echter Begegnungen. Ein neues Verständnis von Reisen.«
Das Leben ist zu kurz für irgendwann.
Kostenlose BeratungKanada ist das zweitgrößte Land der Erde – ein Land der Superlative: unendliche Weiten, über zwei Millionen Seen, 10 Zeitzonen. Von den Rocky Mountains bis zur Arktis, von wilden Küsten bis zu stillen Wäldern spannt sich ein Kontinent voller Natur, Klarheit und Stille.
Fläche: rund 9,98 Mio. km². Bevölkerung: etwa 39 Mio. Menschen – das meiste davon im Süden. Hauptstadt: Ottawa, größte Stadt: Toronto. Zwei Amtssprachen: Englisch und Französisch. Währung: Kanadischer Dollar (CAD), Zeitzonen: UTC –3:30 bis –8.
Die Anreise aus dem D-A-CH-Raum erfolgt per Direktflug nach Toronto, Vancouver, Montreal oder Calgary – je nach Region in 7 bis 11 Stunden. Beliebte Reiseformen: Selbstfahrer, Lodge-Aufenthalte, Expeditionskreuzfahrten – besonders im Yukon, den Rockies und der kanadischen Arktis.
Microfact: Kanada hat mehr unberührte Wildnis als jedes andere Industrieland – 90 % der Bevölkerung leben weniger als 200 km von der US-Grenze entfernt.
Kanada ist für Menschen, die Größe nicht in Lautstärke messen – sondern in Weite. Für Unternehmer, die nicht mehr getrieben sind, sondern führen wollen mit innerer Klarheit. Für Menschen, die spüren, dass Natur nicht Flucht bedeutet, sondern Rückverbindung.
Hier öffnet sich der Raum – nicht nur geografisch, sondern seelisch. Wälder, Berge, Seen und Stille laden dazu ein, sich selbst wieder zu begegnen. Nicht in dem, was zu tun ist. Sondern in dem, was wirklich zählt.
Kanada gilt als eines der sichersten und stabilsten Reiseländer weltweit. Politisch verlässlich, offen in der Gesellschaft, mit hoher medizinischer Versorgung und starker Infrastruktur – vor allem im Süden des Landes.
Doch wer in den Norden aufbricht – in die Tundra, an arktische Küsten, in die unberührte Wildnis der Northwest Territories oder von Nunavut –, betritt eine Welt jenseits gewohnter Sicherheiten. Es gibt kaum Straßen, wenig Netzabdeckung, unberechenbares Wetter, weite Distanzen. Hier bestimmt die Natur den Rhythmus.
Unsere Expeditionen in Kanadas Norden sind präzise geplant: mit erfahrenen einheimischen Guides, Charterflügen, satellitengestützter Kommunikation, Notfalllogistik und klimatisch abgestimmter Ausrüstung. So entsteht Sicherheit, die trägt – nicht einschränkt. Für Reisen, die Raum lassen: für Weite, Wildnis und wirkliche Begegnung. Sicher geführt. Frei entdeckt.
Kanada ist majestätisch – in seinen Dimensionen, seinen Landschaften, seiner Stille. Und doch ist die Anreise überraschend unkompliziert. Wer sich aufmacht in dieses Land aus Wäldern, Bergen, Seen und Tundren, reist in eine Welt, in der Raum und Zeit neu verhandelt werden.
Direktflüge verbinden viele Städte im D-A-CH-Raum täglich mit den großen kanadischen Drehkreuzen: Toronto, Montréal, Vancouver oder Calgary. Von dort aus öffnen sich die Wege in alle Himmelsrichtungen – mit Inlandsflügen, Mietwagen, Zügen oder Fernbussen. Wer in den Westen reist, um die Rockies oder British Columbia zu erkunden, landet meist in Vancouver oder Calgary. Für den französisch geprägten Osten bieten sich Montréal oder Québec City an. Der wilde Norden beginnt ab Ottawa, Edmonton oder Winnipeg – mit spezialisierten Airlines und längeren Übergängen.
Für die Einreise ist ein gültiger Reisepass erforderlich. Zusätzlich wird eine elektronische Reisegenehmigung (eTA) benötigt, die vorab online beantragt werden muss. Die Grenzformalitäten sind professionell organisiert, der Umgang respektvoll und effizient.
Die Infrastruktur ist modern und zuverlässig – doch die Distanzen sind gewaltig. Wer Kanada individuell bereist, sollte sich auf lange Strecken, wechselnde Klimazonen und wenig spontane Umkehrmöglichkeiten einstellen. Insbesondere in abgelegenen Regionen ist Eigenverantwortung gefragt: Tankstellen sind rar, Mobilfunkempfang lückenhaft, Wetterumschwünge können rasch neue Routen diktieren.
Zugreisen wie mit dem „Canadian“ von Toronto nach Vancouver oder Fahrten entlang der Icefields Parkway eröffnen entschleunigte Perspektiven – ebenso wie die vielen regionalen Flüge zu Naturparks, Küsten oder Lodge-Refugien im Hinterland.
Kanada ist ein Land der Weite – und der Extreme. Zwischen Atlantik und Pazifik, zwischen Rocky Mountains, borealen Wäldern und arktischen Ebenen herrscht ein Klima, das sich ständig wandelt. Es reicht von milden Küstensommern über herbstliche Farbexplosionen bis hin zu eisigen Wintern im Norden, wo das Thermometer bis –40 °C fällt. Die Größe des Landes bedeutet: Es gibt keine allgemeingültige Reisezeit – sondern viele Fenster für unterschiedliche Erfahrungen.
Mai bis Oktober gilt als Hauptreisezeit für Naturentdeckungen im Süden und Westen: Nationalparks, Gletscherseen, endlose Wälder. Der Sommer (Juni–August) bringt lange Tage, angenehme Temperaturen zwischen 15 und 30 °C und Zugang zu entlegenen Wildnisgebieten – ideal für Wanderungen, Kanutouren und Wildlife-Beobachtungen. Besonders eindrucksvoll: das Yukon-Territorium, Vancouver Island, Alberta oder Labrador.
Der Herbst (September/Oktober) verwandelt weite Landstriche in leuchtende Landschaften: Ahornrot, Goldgelb, tiefes Braun. Die sogenannte „Indian Summer“-Zeit ist kurz – aber von tiefer Schönheit. Die Luft ist kühl, klar, fast meditativ.
Der Winter (November bis März) ist eine andere Welt – still, fordernd, ursprünglich. In Zentral- und Nordkanada regieren Schnee, Eis und Stille. Wer hier reist, sucht nicht Komfort, sondern Erfahrung: Nordlichter in Nunavut, Schneeschuhe im Yukon, Begegnungen mit indigener Kultur im hohen Norden.
Frühling (April/Mai) ist zurückhaltend – ein spätes Erwachen, oft noch begleitet von Schneeresten. Aber unter der Oberfläche beginnt die Landschaft zu atmen: Eis schmilzt, Tiere kehren zurück, Flüsse erwachen.
Kanada offenbart sich nicht auf den ersten Blick. Es braucht Zeit, Stille und Weite – dann aber wird es zum Spiegel für die eigene Sehnsucht nach Raum, Echtheit und Resonanz.
Kanada ist Weite. Kein Land der Superlative, sondern der Übergänge: zwischen Landschaften, Lichtstimmungen, Lebensrhythmen. Wer hier reist, folgt weniger einer Route als einer Haltung – offen, still, aufmerksam.
Frühjahr (März – Mai):
Zwischen Eis und Aufbruch. Schneeschuh- und Langlauftouren in Québec oder Alberta, Eisbärenbeobachtung bei Churchill, Nordlichter über dem Yukon. In British Columbia: erste Wildtiersichtungen, klare Luft, zurückkehrende Vögel. Der Schnee weicht langsam – das Licht kehrt zurück.
Sommer (Juni – August):
Tage voller Licht und Weite. Kanutouren auf stillen Seen in Ontario oder im Yukon, Wanderungen durch die Rockies, Wildlife-Tracking in den Nationalparks von Manitoba bis Vancouver Island. Grizzlybeobachtungen im Great Bear Rainforest, Wale vor der Pazifikküste. Die Natur ist offen – das Erleben direkt.
Herbst (September – Oktober):
Ein kurzes Leuchten: Goldene Lärchen, rote Ahornwälder, klare Sicht. Indian Summer in Québec und Nova Scotia, Elchbrunft in Neufundland, Fototouren durch den borealen Wald. In der Arktis: Nordlichter, Moschusochsen, erste Eisschollen. Rückzug in die Tiefe – draußen wie innen.
Winter (November – Februar):
Der Norden erstarrt – und öffnet zugleich. Hundeschlittenfahrten durch die Yukon-Täler, Eiswanderungen bei Banff, Lodgeaufenthalte in den verschneiten Wäldern Ontarios. In Churchill: Eisbären an der Hudson Bay. Und überall: Stille. Kein Mangel – sondern Einladung.
Kanada ist Landschaft im Großformat – weit, roh, unerschöpflich. Zehntausende Seen, endlose Wälder, eisige Küsten, hohe Gebirge und stille Prärien bilden ein Mosaik aus Lebensräumen. In den borealen Wäldern wachsen Fichten, Lärchen und Birken, durchzogen von Elchen, Schwarzbären und Luchsen. An der Pazifikküste steigen Adler über Zedernwälder, Grizzlys fischen in Lachsflüssen. Die Rockies tragen Schnee und Stille, in den Ebenen streifen Bisons durchs Gras. Im Norden dehnt sich die Tundra, karg und weit – Heimat von Karibus, Polarfüchsen, Eisbären. Wale, Orcas, Belugas und Narwale beleben Kanadas drei Küsten. Vögel durchqueren das Land in tausend Zügen, von Arktis bis Sümpfe. Die Natur Kanadas ist nicht spektakulär im Moment – sondern im Maßstab. Wer ihr begegnet, begegnet dem Ursprünglichen. Hier ist nicht der Mensch Maß aller Dinge – sondern das Land selbst. Geduldig. Groß. Ganz.
Kanadas Geschichte ist älter als jedes Atlasblatt: Seit über 12.000 Jahren besiedeln indigene Völker dieses riesige Land – in zahllosen Sprachen, mit eigenen Rechtssystemen, Kosmologien, Kunstformen. Sie heißen Anishinaabe, Haudenosaunee, Cree, Mi’kmaq, Dene, Inuit, Métis – und viele mehr. Ihre Kulturen waren an Landschaften gebunden: Wälder, Prärien, Seen, Arktis. Ihre Welt war nicht „Wildnis“, sondern lebendiges Netz von Beziehungen zwischen Mensch, Tier, Geist und Raum.
Mit der Ankunft europäischer Kolonialmächte ab dem 16. Jahrhundert begann eine tiefe Erschütterung: Die französische und später britische Expansion brachten Krankheiten, Handelsallianzen, Missionierung – und schleichende Enteignung. Ab dem 19. Jahrhundert wurden indigene Kinder systematisch ihren Familien entzogen und in sogenannte Residential Schools gesteckt – mit dem erklärten Ziel, „den Indianer im Kind zu töten“. Trauma, Sprachverlust, Entwurzelung und systemische Diskriminierung wirken bis heute nach.
Doch zugleich begann eine neue Phase der kulturellen Selbstbehauptung: Indigene Literaturen, Kunst, Musik, politische Bewegungen und spirituelle Traditionen erleben seit Jahrzehnten eine kraftvolle Renaissance. Viele First Nations, Inuit und Métis-Gemeinschaften revitalisieren ihre Sprachen, kämpfen um Landrechte und sind Teil eines breiten gesellschaftlichen Heilungsprozesses – oft getragen von der Formel: Truth before reconciliation.
Kanadas offizielle Geschichte spricht von Gründung 1867, von britischer Monarchie, von französischem Einfluss in Québec. Aber die kulturelle Tiefe des Landes liegt tiefer: in Legenden, die sich über Kontinente erstrecken, in Tanzmasken aus der Westküste, in geschnitzten Totempfählen, in Gesängen im Polarkreis, in der Wiederaneignung indigener Identität mitten in modernen Städten.
Heute ist Kanada ein pluralistisches Land mit Widersprüchen: liberal, offen, demokratisch – und doch von kolonialen Spuren durchzogen. Der kulturelle Dialog zwischen Mehrheitsgesellschaft und First Peoples ist nicht abgeschlossen, aber in Bewegung.
„Wir sind nicht Teil der Natur – wir sind sie.“ – Aussage eines Haudenosaunee-Ältesten
1. Was macht eine Arktisreise in Kanada besonders?
Kanadas Norden ist weiter, roher, leiser – und zugleich tief verwurzelt im Leben der Inuit-Gemeinschaften. Anders als auf klassischen Schiffsrouten liegt der Fokus hier auf selten begangenen Pfaden, ursprünglicher Wildnis und kultureller Erdung. Wer Kanada bereist, erlebt die Arktis nicht als Kulisse, sondern als Lebensraum.
2. Wie ist der Kontakt zur indigenen Bevölkerung gestaltet?
Unsere Reisen ermöglichen respektvolle Begegnungen mit Inuit und First Nations – nicht als touristisches „Programm“, sondern als Einladung zum Zuhören. Die Gespräche, Rituale und Geschichten sind echt, ungefiltert und oft herausfordernd. Wir arbeiten ausschließlich mit lokalen Partnern, die diese Begegnungen tragen – in Würde und Augenhöhe.
3. Wie erfolgt die Anreise in den kanadischen Norden?
Die Routen führen meist über Ottawa oder Montréal mit Weiterflug nach Iqaluit, Resolute Bay oder Yellowknife – je nach Zielgebiet. Aufgrund der abgelegenen Lage sind die Verbindungen limitiert, aber erprobt. Arktis Tours plant alle Transfers mit Pufferzeiten und logistischer Präzision. Geduld gehört dazu – wie überall dort, wo es sich lohnt.
4. Welche Tierwelt kann man in Kanadas Arktis beobachten?
Je nach Region sind Sichtungen von Moschusochsen, Karibus, Eisbären, Narwalen oder Schneehasen möglich – aber nie garantiert. Die kanadische Arktis lebt von Zurückhaltung: Wer aufhört zu suchen, sieht am meisten. Unsere Guides beherrschen das leise Lesen der Landschaft – ohne Aufdringlichkeit, ohne Erwartungsdruck.
5. Wie anspruchsvoll sind Reisen in Kanadas Norden?
Die Anforderungen liegen weniger in der Bewegung als in der inneren Haltung: Weite, Zeitverschiebung, reduzierte Infrastruktur und das Fehlen gewohnter Komfortzonen prägen den Charakter. Wer bereit ist, sich auf Entschleunigung, kulturelle Fremdheit und das Nicht-Planbare einzulassen, wird reich belohnt – nicht durch Erlebnis, sondern durch Bedeutung.
Megatrends sind langfristige, globale Entwicklungen, die unsere Lebensweise, Werte und Entscheidungen prägen – weit über Zeitgeist und Trends hinaus. Jede Destination berührt diese Strömungen auf ihre eigene Weise: als Spiegel gesellschaftlicher Fragen, als Raum innerer Klärung oder als Experimentierfeld für neue Perspektiven. Wer reist, begegnet nicht nur einem Ort – sondern auch den Bewegungen der Zukunft:
New Work
Kanada steht für selbstbestimmte Lebensgestaltung inmitten von Weite, Natur und Kreativität. In Regionen wie British Columbia oder Quebec wird Arbeit neu gedacht – als individueller Ausdruck, nicht als lineare Karriere. Co-Working im Wald, Auszeiten in Blockhütten, Sinnsuche statt Selbstoptimierung: Kanada wird zum Resonanzraum für eine Arbeitswelt mit Seele.
Neo-Ökologie
Nachhaltigkeit ist Teil der kanadischen Identität – nicht trotz, sondern wegen der Größe des Landes. Vom Schutz der Regenwälder in British Columbia über indigene Landrechte bis zur ökologischen Innovation in Städten wie Vancouver: Kanada zeigt, dass Ökologie nicht Verzicht heißt, sondern Verbundenheit. Wer hier reist, begegnet einer Landschaft, die Verantwortung einfordert – und gleichzeitig Vertrauen schenkt.
Silver Society
Kanada ist kein Land für die Jagd nach dem Nächsten – sondern für das Ankommen im Jetzt. Besonders reiseerfahrene Menschen schätzen die Balance aus Komfort und Ursprünglichkeit. Ob Zugreise durch den Yukon, Winterruhe in Nova Scotia oder stille Seen im Ontario-Hinterland: Kanada bietet Raum zur Reifung – würdevoll, weit und still.
Selfness
In der kanadischen Wildnis verliert sich das Ego – und findet sich das Wesentliche. Wälder, Seen, Berge und Einsamkeit wirken wie Spiegel der eigenen Seelenlandschaft. Selfness bedeutet hier nicht Rückzug ins Ich – sondern Rückbindung an etwas Größeres: Natur, Identität, Stille. Wer Kanada bereist, bereist immer auch sich selbst – mit weitem Blick und klarem Herzen.
Kanada ist kein Land, das man durchquert – es ist ein Raum, in dem man sich verliert, um sich neu zu finden. Wälder, so weit wie Gedanken. Seen, so still wie Fragen, die man lange nicht gestellt hat. Berge, die nicht überwältigen – sondern tragen.
Hier geht es nicht um das Große. Sondern um das Echte. Kanada lehrt nicht durch Worte, sondern durch Präsenz. In seiner Weite spiegelt sich nicht der Mensch, der du sein willst – sondern der, der du längst bist, wenn alles andere abfällt.
Es ist ein Land, das nicht fordert. Aber es prüft: deine Geduld, deine Aufmerksamkeit, deine Bereitschaft, mit dem Leben wieder in Beziehung zu treten – jenseits von Tempo, Taktung, Technik.
„Kanada zeigt dir nicht, wie weit du gehen kannst – sondern wie tief du fühlen willst.“
Manche Orte brauchen eine eigene Sprache – weil ihre Wirklichkeit sich nicht in gewohnten Begriffen fassen lässt. Diese Bedeutungslandkarte ist mehr als ein Glossar: Sie entschlüsselt zentrale Phänomene, Namen und Naturbegriffe der Region, dient als Kompass für tiefere Orientierung und als Landkarte für Bedeutung. Wer hier liest, reist nicht nur vorbereitet – sondern bewusster.
First Nations
Sammelbegriff für die indigene Bevölkerung Kanadas – mit über 600 anerkannten Nationen, Sprachen und spirituellen Weltbildern. Ihre Weisheit über Land, Wandel und Heilung bildet das ungehörte Rückgrat des Landes.
Borealer Wald
Der größte zusammenhängende Nadelwaldgürtel der Erde – erstreckt sich wie ein grüner Atem über weite Teile Kanadas. Heimat von Elchen, Wölfen und Stille. Kein Wald zum Durchwandern – sondern zum Durchatmen.
Hudson Bay
Eine riesige Binnenbucht im Nordosten – mehr Binnenmeer als Bucht. Ihr Wasser steht für historische Handelswege, gezeitengebundene Lebensrhythmen und die archaische Verbindung von Land und Eis.
Kanada als Mythos der Weite
Kanada ist nicht das, was es ist – sondern das, was es freilässt: Raum, Blick, Stille. Die Weite dieses Landes wirkt nicht durch Fülle, sondern durch Reduktion. Wer ihr begegnet, begegnet sich selbst ohne Ablenkung.
Inuit-Nunangat
Das traditionelle Siedlungsgebiet der Inuit – von Labrador bis zum Arktischen Ozean. Kein Territorium im westlichen Sinne, sondern eine gelebte Landschaft aus Sprache, Jagd, Eis und Erinnerung.
Northern Lights (Aurora Borealis)
Im Yukon, in Nunavut, in den Nordwest-Territorien tanzen sie besonders klar. Nicht als Effekt – sondern als Ereignis. In der kanadischen Kultur stehen sie für das Unfassbare, das dennoch in uns wirkt.
Portage
Das Tragen von Kanus über Land – um von einem Gewässer zum nächsten zu gelangen. Ein alter Begriff aus Zeiten der Pelzhändler, heute Sinnbild für Übergang, Geduld und die Fähigkeit, die Last zu schultern, die zur Freiheit führt.
French & English
Zwei offizielle Sprachen – zwei kulturelle Herzschläge. Kanada lebt in der Spannung zwischen Differenz und Dialog. Quebec ist kein Fremdkörper, sondern ein Spiegel kultureller Vielschichtigkeit.
Wildnis
In Kanada kein Gegensatz zur Zivilisation, sondern ein gleichwertiger Lebensraum. Die kanadische Wildnis ist nicht gefährlich – sondern bedingungslos. Wer sie respektiert, darf in Beziehung treten. Wer sie unterschätzt, wird geprüft.
Eisstraße
Temporäre Winterstraßen über zugefrorene Seen und Flüsse – nur wenige Wochen im Jahr befahrbar. Sie verbinden abgelegene Orte mit der Welt – symbolisch auch: was erstarrt, kann verbinden. Eine poetische Metapher für Übergänge im Extrem.
Manche Eindrücke sind zu leise für Worte – und doch zu tief, um unbenannt zu bleiben. Dieses Wörterbuch sammelt Begriffe für das, was unterwegs in uns klingt, schwingt, bleibt.
- Seehaut
Das Wasser schweigt – und trägt doch jedes Licht, jede Regung, jede Ahnung. - Waldatem
Ein langsames Ein und Aus – tiefer als die Lunge, näher als jeder Gedanke. - Fernlaut
Ein Ruf von irgendwo – Kojote, Wind, Erinnerung. Und alles klingt nach Heimat in der Fremde.
Kanada ist nicht nur ein Land, sondern ein Kontinuum aus Landschaft und Stille. Wälder, die atmen. Seen, die wie Spiegel wirken. Menschen, die zuhören – vor allem der Natur. Wer hier reist, begegnet sich selbst nicht als Zentrum, sondern als Teil eines viel größeren Ganzen. Kanada lädt ein, sich zu dehnen – in den Raum, in die Zeit, in das Offene.
Literatur
- The Inconvenient Indian – Thomas King
Ein kluges, bissiges, tiefgründiges Werk über indigene Geschichte, Identität und kulturelle Missverständnisse – relevant, augenöffnend, kraftvoll. - Pilgrim at Tinker Creek – Annie Dillard
Zwar in den USA geschrieben, aber wie gemacht für die Erfahrung kanadischer Weite – naturphilosophisch, poetisch, wachmachend. - Life of Pi – Yann Martel
Eine Reise über das Meer und in die Tiefe des Glaubens, des Überlebens und der Vorstellungskraft – geschrieben in Kanada, mit universellem Echo.
Film & Dokumentation
- Anthropocene: The Human Epoch (2018)
Ein bildgewaltiger Essayfilm über die Spuren des Menschen – mit Aufnahmen aus Kanada, als Spiegel der globalen Gegenwart. - Into the Forest (2015)
Ein dystopischer Film über zwei Schwestern, die sich in der Wildnis neu orientieren müssen – Kanada als Rückzugsraum für das Wesentliche. - The Journals of Knud Rasmussen (2006)
Ein vielstimmiger Film über Inuit-Kultur und Spiritualität – kraftvoll erzählt aus dem kulturellen Grenzraum zwischen Mythos und Moderne.
Musik
- Leanne Betasamosake Simpson – Theory of Ice
Indigene Stimme Kanadas – Lyrik trifft auf Klangkunst, politisch, poetisch, kraftvoll. - Patrick Watson – Wooden Arms
Zarte Kompositionen zwischen Folk, Klassik und Pop – voller Weite, Intimität und nordischer Melancholie. - A Tribe Called Red (The Halluci Nation)
Elektronische Musik mit powwow-Elementen – radikal, modern, kulturell tief verwurzelt. Kanada zwischen Widerstand und Feier.
Impulsfrage
Was in dir möchte nicht gefunden – sondern wiederentdeckt werden?


